Erläuterungen zur Forstwirtschaft
Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit
Ahorn, Birke, Eiche, Buche, Fichte und Kastanie – diese Baumarten sind jedem ein Begriff. Was ist aber mit der „Ährigen Scheinhasel“ oder dem „Echten Hopfen“? Diese Bäume sind eher weniger bekannt. Die Spezialisten – die sogenannten Forstwirte – kennen sie alle.
Ein wichtiger Begriff in der modernen Forstwirtschaft ist der der Nachhaltigkeit. Darunter ist zu verstehen, dass im Rahmen der Forstwirtschaft nicht nur wirtschaftliche Ziele mit dem Wald als Quelle für Rohstoffe berücksichtigt werden, sondern der Wald auch als Lebensraum für viele Tierarten und als Erholungsgebiet für den Menschen angesehen wird. Zudem wird die Bedeutung großer Waldflächen für den Klimaschutz immer größer. Mit der Einbeziehung nachhaltiger Zielsetzungen wird dem Raubbau entgegengewirkt, der keinerlei Folgeschädung der Waldrodung berücksichtigt.
Die Arbeit des Forstwirts in westeuropäischen Gefilden umfasst heute die Planung und Konzeptionierung von Waldflächen sowie deren Pflege. Dabei ist sowohl das Zusammenspiel aus aus ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten wichtig als auch die Einbeziehung neuster technischer Entwicklungen auf diesem Gebiet. Weiteres Aufgabengebiet im Bereich der Forstwirtschaft sind das Erkennen und die Bekämpfung von Waldschäden, die zum Beispiel durch den sogenannten „Sauren Regen“ entstehen. Auch durch Schädlinge wie den Borkenkäfer oder den Citrusbockkäfer droht Gefahr. Andere Tiere, die im Wald hausen, wie beispielsweise Damwild, Füchse und Igel müssen dagegen geschützt werden und ihr Lebensraum muss erhalten werden. Nur unter der Prämisse der Nachhaltigkeit kann der langfristige Bestand der vielen Waldgebiete gesichert werden.
Raubbau im Regenwald
Heute leiden aber noch weite Gebiete des Regenwaldes unter unkontrolliertem Raubbau. Holz aus illegal gefällten Bäumen wird in die ganze Welt exportiert – auch nach Europa. Besonders leiden die Regenwälder in Brasilien und Indonesien unter der umfangreichen Rodung. Nach Informationen des WWF verschwindet pro Minute eine Regenwaldfläche in der Größe von 38 Fußballfeldern. Die freigewordenen Flächen werden beispielsweise für Palmölplantagen verwendet, da Palmöl in zunehmendem Umfang zur Gewinnung von Energie eingesetzt wird. Der Ruf nach Interventionen von politischer Seite verhallt meist, da ein Gesetz fehlt, dass den Handel mit illegal gefälltem Holz unter Strafe stellt.
Ausbildung
Wer in Deutschland Forstwirt werden möchte, dem stehen diverse Möglichkeiten offen. Das Studium der Forstwissenschaften ist in Deutschland an den Universitäten in Freiburg und Göttingen sowie an den Technischen Universitäten München und Dresden möglich. An den Hochschulen können die neuen Abschlüsse Bachelor und Master erworben werden. Zudem bieten auch die nachfolgenden Fachhochschulen das Studium der Forstwissenschaften an: Fachhochschule Weihenstephan, Fachhochschule Erfurt, Fachhochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, Fachhochschule Eberswalde. Wer nicht studieren möchte, der kann eine dreijährige Ausbildung zum Forstwirt/in durchlaufen. Zu den Voraussetzungen für diese Ausbildung gehören eine ausgeprägte Affinität zur (auch körperlich anstrengenden) Arbeit in der freien Natur, ein technisches Grundverständnis sowie das Interesse an dem Thema Umweltschutz. Nach der Ausbildung sind Fortbildungen zum Forstwirtschaftsmeister/in, Forsttechniker/in oder zum Fachagrarwirt möglich.
Urlaub in der Natur
Ein neuer Wirtschaftszweig, der sich in den letzten Jahren entwickelt hat ist der nachhaltige Urlaub in der Natur. Zahlreiche Reiseveranstalter bieten Pauschalangebote für Bio-Urlaub. Hier können Urlauber zum Beispiel mitten in der Natur erleben wie Bio-Produkte erzeugt werden. Für einen nachhaltigen Urlaub in der Natur gibt es daher unzählige Reisetipps.